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E-Book-Reader-Test: Digitaler Lesespaß für unterwegs!


Sie sind der ideale Begleiter auf Reisen, auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachttisch: E-Book-Reader bieten im Vergleich zum gedruckten Buch viele Vorteile. So sind sie in der Regel federleicht, speichern mehrere Hundert digitale Bücher und drehen bei grellem Sonnenlicht erst so richtig auf. Mittlerweile sind viele Modelle diverser Hersteller auf dem Markt. Welcher darf/soll es sein? Das verrät der E-Book-Reader-Test von COMPUTER BILD.

  • Gutes Display
  • Viel Speicher
  • Tasten klein
  • Menüs ein wenig verschachtelt

  • Sehr ordentliches Hintergrundlicht
  • Einfache Bedienung
  • Relativ kleiner Datenspeicher

  • Solide Verarbeitung
  • Hintergrundlicht integriert
  • Etwas geringe Display-Auflösung

Wie geht COMPUTER BILD beim Test von E-Book-Readern vor? Welche Kriterien sind relevant? Das alles erfahren Sie hier.

Funktionen und Bedienung

E-Book-Reader erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie sehr leicht sind, sich einfach bedienen lassen und weil sie sowohl bei Sonnenschein als auch in der Dämmerung immer eine Top-Displayqualität abliefern – beziehungsweise abliefern sollten. Im Rahmen des COMPUTER BILD-Tests werden die Geräte deshalb zunächst auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft: Im Alltag müssen die Reader beweisen, dass sie bei der Steuerung keine Rätsel aufgeben, möglichst schnell auf Eingaben reagieren und sich unkompliziert mit frischem Lesestoff befüllen lassen. Bietet der E-Book-Reader neben der Anzeige von digitalen Büchern vielleicht noch mehr Funktionen, etwa die Möglichkeit zur Ausleihe von E-Books, ein Farbdisplay oder einen MP3-Player zur Wiedergabe von Hörbüchern? Wenn ja, fließen auch diese Extras in die Bewertung mit ein.

so testet COMPUTER BILD E-Book-Reader

Im Labor wird unter anderem die Helligkeitsverteilung auf dem Display überprüft.

Displayqualität und Helligkeitsverteilung

Nach dem Praxistest im Alltag wandern die E-Book-Reader ins COMPUTER BILD-Labor. Besitzt der Testkandidat eine eingebaute Hintergrundbeleuchtung? In diesem Fall ist es wichtig, dass die lichtgebenden LEDs so verbaut sind, dass sie den Bildschirm möglichst vollständig und gleichmäßig ausleuchten. Das wird in einem aufwendigen Verfahren ganz genau untersucht. Auch prüfen die Experten, wie es um den Kontrast sowie die Auflösung des eInk-Bildschirms steht.

E-Book-Reader im Tempo-Test

Den Speed eines Tablets erreichen E-Book-Reader in der Regel nicht. Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die verbauten Displays vergleichsweise träge reagieren. Trotzdem versuchen die Hersteller unter anderem mit mehr Arbeitsspeicher und schnelleren Prozessoren, hier immer noch ein bisschen mehr herauszuholen. Im Labor misst COMPUTER BILD deshalb auch, wie schnell die Reader auf Eingaben reagieren und wie flüssig etwa die Bedienmenüs auf dem Bildschirm auftauchen.

so testet COMPUTER BILD E-Book-Reader

Lässt sich der Reader komfortabel in der Hand halten? Die Waage gibt Aufschluss.

Alltagstauglichkeit

E-Book-Reader werden vielen Belastungen ausgesetzt: Liest man etwa ein digitales Buch während der Fahrt ins Büro, „fliegt“ das Gerät bei Nichtgebrauch in der Aktentasche herum. Und beim Schmökern am Strand im Urlaub setzen sich unter Umständen Sandkörner auf der Oberfläche ab. Deshalb ist es wichtig, dass das Display möglichst kratzunempfindlich ist. Das wird ebenfalls im Labor mithilfe von Spezialwerkzeugen ermittelt und fließt in die Gesamtnote mit ein. Ebenfalls wichtig: Wie lange hält der Akku durch und wie leicht ist der Reader? Auch diese Faktoren nehmen die Experten genau unter die Lupe.

Aktuell dominieren drei Hersteller den deutschen E-Book-Reader-Markt: die Tolino-Allianz (Zusammenschluss mehrerer deutscher Buchhandelsketten sowie Kobo), die Amazon-Kindle-Geräte sowie die Firma Pocketbook aus der Schweiz. Zwar gibt es noch andere Anbieter, die spielen hierzulande aber kaum eine Rolle. Deshalb hat sich COMPUTER BILD auf die drei wichtigsten Hersteller konzentriert.

  • Farbdisplay
  • Einfache Handhabung
  • Reagiert ab und zu ein bisschen träge
  • Teuer

Dass die E-Book-Reader technisch ausgereift und allesamt ziemlich auf Augenhöhe sind, zeigen auch die Testergebnisse aus dem COMPUTER BILD-Labor: Selten lagen die Kandidaten so dicht beieinander wie in dieser Geräteklasse. Im Vergleichstest entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, am Ende bestimmten lediglich die Nachkommastellen die Platzierung. Für Sie als Käufer eines E-Book-Readers bedeutet das: Egal, für welches der getesteten Geräte Sie sich entscheiden – Sie greifen praktisch nie daneben!

Moon+ Reader

eBook-Reader: Android-, iOS- und Windows-Apps

Das wichtigste Kriterium bei einem E-Book-Reader: Wie gut lassen sich Bücher auf dem Gerät lesen? Die gute Nachricht: Alle getesteten Modelle setzen auf die bewährte eInk-Technik. Diese Displays zeigen Buchstaben auch bei grellem Sonnenschein oder unter einer sehr hellen Lampe scharf und kontrastreich an. Hier patzte kein Testkandidat. Damit in der Dunkelheit der Lesespaß weitergeht, haben alle E-Book-Reader im Test eine Hintergrundbeleuchtung. Erfreulicherweise bieten mittlerweile auch die Einstiegsmodelle ein integriertes Licht. Jedoch sparen die Hersteller bei ihren günstigen Modellen an der Qualität des eingebauten Lichts – die Helligkeitsverteilung übers gesamte Display war nicht so gut wie bei den teureren Geräten.

Die Speicherkapazität ist bei allen Geräten ausreichend bemessen und reicht für Hunderte E-Books. Neuen Lesestoff laden Leseratten per USB-Verbindung zum PC oder über eine Cloud. Die ist bei Amazon Pflicht, während Pocketbook und Tolino die Funktion optional anbieten. Ebenso Pflicht bei Amazon ist die Registrierung des Kindle-Readers beim Anbieter. Ohne Registrierung lässt sich das Gerät nicht aktivieren und nicht verwenden. Wenig zu kritteln gibt es bei der Bedienung: Wie moderne Smartphones kommen die E-Book-Reader ohne dickes Handbuch zum Kunden – das wäre auch überflüssig, denn sämtliche Geräte lassen sich nach kurzer Einarbeitung intuitiv bedienen. Bei einigen Modellen könnte allenfalls das Betriebssystem etwas schneller arbeiten. Allerdings geht es hier nur um wenige Sekunden, die im Lese-Alltag nicht groß ins Gewicht fallen dürften.

Wesentlich stärker unterscheiden sich die Testkandidaten bei ihren Zusatzfunktionen. Wer zum Beispiel nicht nur Bücher in einem Online-Shop kaufen, sondern auch in einer öffentlichen Bibliothek ausleihen will, muss beim Kauf darauf achten, dass mit dem E-Book-Reader sowohl die sogenannte Onleihe als auch das von den Büchereien verwendete Kopierschutzverfahren LCP funktionieren. Pocketbook und Tolino haben damit keine Probleme. Die Kindle-Reader von Amazon dagegen ermöglichen generell keine Onleihe, stattdessen gibt es mit Kindle Unlimited eine in der Prime-Mitgliedschaft enthaltene E-Book-Flatrate. Wer mit einem E-Book-Reader auch Hörbücher genießen will, hat wiederum mit Tolino schlechte Karten, denn diese Geräte dienen wirklich nur zum Lesen. Wer Hörbücher und -spiele wiedergeben möchte, muss deshalb zu einem Pocketbook- oder einem Kindle-Modell greifen.

Kindle-Buchshop

Hier gibt es deutschsprachige eBooks gratis

So einen E-Book-Reader packt man natürlich gern ins Urlaubsgepäck, schließlich erspart er die Schlepperei mehrerer Bücher. Doch gerade dabei zeigt sich, dass die meisten Modelle nicht gerade robuste, sondern eher sensible Geräte sind. Deshalb sollten Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel immer sorgsam mit dem Display umgehen: Im Kratztest schwächelten alle Testgeräte – bis auf den Kindle Oasis von Amazon. Tipp: Spendieren Sie Ihrem E-Book-Reader auf jeden Fall eine Schutzhülle. Wer das Gerät auch mal am Strand oder in der Badewanne verwenden will, sollte ein Modell erwerben, das wassergeschützt ist. Diese Option kostet aber entsprechend.

Welcher E-Book-Reader ist der beste?

Mit dem Pocketbook Era kommt ein überaus vielseitiger E-Book-Reader, der mehr draufhat als nur das Anzeigen von digitalen Büchern: Neben dem verbesserten eInk-Carta-1200-Display in HD-Auflösung punktet das Gerät unter anderem mit einem schnellen Prozessor, einem integrierten Audioplayer sowie der Möglichkeit, kleine Games zu zocken. Das alles gibt es mit 16 Gigabyte Datenspeicher zum Preis ab 199 Euro (Datum der Preiserhebung: August 2022) – und sichert dem Pocketbook Era den aktuellen Testsieg. Den vollständigen Test des Pocketbook Era lesen Sie hier.

Welcher Reader liest alle Formate?

Wirklich ALLE Format liest leider kein E-Book-Reader. Ein Grund: Amazon besitzt die Exklusivrechte an dem Format AZW, sperrt dafür aber das ansonsten sehr populäre ePUB-Format aus. Besonders flexibel sind aber die Reader von Pocketbook, die eigentlich (mit Ausnahme von AZW) alle anderen Formate problemlos verarbeiten. Auch die Tolino-Reader sind für gängige Formate wie ePUB oder MOBI bestens geeignet.

Welcher ist besser Tolino oder Kindle?

Einen echten Favoriten gibt es nicht – beide Hersteller bringen gute Geräte zu fairen Preisen auf den Markt. Hier kommt es bei der Wahl des “richtigen” Modells auf Details an: Wenn Sie als Amazon-Kunde eh alles über Amazon kaufen und auch Ihre E-Books beim Online-Giganten laden möchten, greifen Sie zu einem Kindle. Wer jedoch bei der Wahl des Online-Buchladens mehr Vielfalt will, ist mit einem Reader von Tolino besser bedient, da dieser in diesem Punkt mehr Freiheit gewährt und auch – im Gegensatz zum Kindle – keine Zwangsregistrierung voraussetzt.

Kann man mit dem Kindle auch andere eBooks lesen?

Amazon setzt vor allem auf das hauseigene Format AZW. In diesem sind auch alle E-Books aus dem Amazon-Buchshop formatiert. Das gängige ePUB-Format, mit dem etwa Tolino und Pocketbook klarkommen und das von allen Online-Buchläden außerhalb von Amazon verwendet wird, kann ein Kindle nicht verarbeiten.

Kann ich jedes Buch auf jedem Reader Lesen?

Theoretisch ja – wann man auf das korrekte Format achtet. Die Reader von Tolino oder Pocketbook kommen mit den weitververbreiteten E-Book-Formaten ePUB und MOBI ohne Probleme klar. Diese Formate werden von den meisten Online-Buchhändlern (etwa Thalia oder Hugendubel) zum Kauf angeboten. Wer einen Kindle-Reader von Amazon besitzt, muss zwingend den Online-Buchshop von Amazon verwenden. Grund: Amazons Reader kommen nur mit dem hauseigenen Format AZW klar. Will man ePUB-Bücher mit einem Kindle lesen, geht das leider nicht. Hierzu müsste man die ePUB-Büchers ins AZW-Format konvertieren. Das ist theoretisch möglich, würde aber den Kopierschutz aushebeln und ist daher illegal.

Kann man mit Tolino Amazon eBooks Lesen?

Nein, das geht nicht. Amazon will seine Kunden eng an sich binden und nutzt deshalb ein eigenes E-Book-Format, das nur mit den Kindle-Geräten des Online-Riesen kompatibel ist. E-Book-Reader anderer Hersteller wie Tolino oder Pocketbook können das Format nicht lesen.

Welcher Tolino ist zu empfehlen?

„Großer Lesespaß zum kleinen Preis“ – mit diesem Slogan bewirbt Tolino den Page 2 (Preis zum Testzeitpunkt: 69 Euro). Unterm Strich stimmt das auch: Alle wichtigen Funktionen sind an Bord, die Bedienung bereitet keine Probleme und dank der neu hinzugekommenen Hintergrundbeleuchtung steht dem Lesen bei ungünstigen Lichtverhältnissen nichts mehr im Weg. Wer auf Wasserschutz und SmartLight sowie einen rasend schnellen Reader verzichten kann, für den ist der Tolino Page 2 perfekt. Den vollständigen Test des Tolino Page 2 lesen Sie hier.
Wer “nur” lesen will und Wert auf einen schicken, hochwertigen und sehr gut zu bedienenden E-Book-Reader mit Wasserschutz und Smartlight Wert legt, ist mit dem Tolino Epos 3 am besten bedient.

Kann man mit dem Tolino Zeitung Lesen?

Ja, das geht, wenn auch mit vergleichsweise geringem Komfort. Denn ein E-Book-Reader besitzt ein eInk-Display mit eher geringer Auflösung, was gerade bei Fotos nicht gut kommt. Zwar gibt es auch E-Book-Reader mit Farbpanel; diese Bildschirme zeigen die Farben aber blass und sind darüber hinaus sehr träge. Dazu kommt, dass man digitale Zeitungen nur über den integrierten Browser aufrufen oder vorher als PDF auf dem Reader speichern muss.

Welche Vorteile haben E-Books?

E-Books sind im Vergleich zu gedruckten Büchern federleicht, wiegen nämlich nichts. Und ihre Dateigröße ist ebenfalls sehr überschaubar. Das führt dazu, dass man unter Umständen ganze Bücherwände digital auf einem E-Book-Reader speichern kann. Weitere Vorteile: In E-Books lassen sich Notizen anbringen, Fremdwörter nachschlagen oder Lesezeichen setzen, die – anders als ein sogenanntes Eselsohr – das Buch nicht beschädigen.



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